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| 1. Roland Jupiter 6 (3:08) 2. Korg Sigma (3:18) 3. ARP 2600 (1:43) 4. OSC Oscar (2:19) 5. Oberheim OB-XA Part 1 (3:37) 6. Roland System 700 (3:28) 7. SCI Prophet 5 (2:26) 8. Fairlight CMI (3:44) 9. Mixturtrautonium: Caprice (4:32) 10. Roland System 100M (2:42) 11. Oberheim OB-XA Part 2 (2:24) 12. Roland Promars (1:59) 13. DK Synergy I (2:39) 14. ARP Pro Soloist (2:23) 15. EMS Synthi 100 (2:36) 16. Advanced Memorymoog (3.15) 17. Korg EX-8000 (4:13) 18. Roland JX-10 (3:12) 19. RSF Kobol (2:33) 20. EDP WASP (3:10) total time: (59:55) |
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| SYNTHESIZER VON GESTERN Vol.2 Matthias Becker, Klaus Stühlen, Ralf Weber und Oscar Sala Diese CD ist die Fortsetzung eines Projektes, das im Jahr 1990 mit dem Buch und der CD SYNTHESIZER VON GESTERN begonnen wurde. Wieder haben wir alle Kompositionen mit jeweils einem einzigen Instrument realisiert, um dessen spezifische Klangmöglichkeiten deutlich zu machen. Bei der Arbeit an dieser CD wurde wieder einmal mehr deutlich, daß viele Synthesizer klanglich deutlich größere Resourcen bieten, als man ihnen gemeinhin zutraut. Soweit die Instrumente es erlaubten wurden sie über entsprechende Interfaces per MIDI angesteuert; wo dies nicht möglich war, haben wir zwangsläufig auf die Computerunterstützung bei der Einspielung verzichtet. Mehr als bei der ersten Produktion wurden diesmal auch Sampler eingesetzt - z.B. wenn es darum ging, geräuschhafte Klänge nichtmidifizierter Instrumente korrekt zu rhythmisieren. Soweit Samples verwendet wurden, handelte es sich allerdings immer um "one shot" Samples ohne irgendwelche Loops und ohne Klangbearbeitung. Das klangliche Rohmaterial wurde stets ausschließlich von den entsprechenden historischen Synthesizern geliefert. Die einzelnen Sounds und Stimmen wurden nacheinander Spur für Spur auf einer 24-Spur Maschine aufgezeichnet, stereophon abgemischt und auf R-DAT Recorder gemastert. An Peripheriegeräten bei der Abmischung kamen diverse digitale Hallgeräte, Digitaldelays, Multi-Effekt- Prozessoren, Exciter, Noisegates, Kompressoren, analoge Flanger und Phaser sowie der SPL-SX2 zum Einsatz. Unser besonderer Dank gilt Oscar Sala, dem Berliner Altmeister der Elektronischen Musik, den wir für die Mitarbeit an diesem Projekt gewinnen konnten. Sein Stück CAPRICE No.4 FÜR MIXTURTRAUTONIUM SOLO ist das einzige Stück auf der CD, welches in Echtzeit live eingespielte wurde und bei dem keinerlei . Overdubs gemacht wurden. Hut ab vor Oscar Sala! 1. Roland Jupiter 6 (3:08) Der Jupiter 6 war einer der ersten analogen Synthesizer, der bereits ab Werk serienmäßig mit der MIDI-Schnittstelle ausgestattet war. Wenngleich das Instrument im Baßbereich nicht ganz so überzeugt wie sein "großer Bruder" der Jupiter 8, so ist er durch sein flexibel einsetzbares Multimodefilter und die umfassenden Modulationsmöglichkeiten dennoch ein sehr leistungsfähiges Instrument mit durchaus eigenem Charakter. Obwohl er aufgrund seines Designs oft als Presetinstrument für Tanzmusiker verkannt wird, ist der Korg Sigma fraglos ein klanglich sehr interessanter monophoner Analogsynthesizer. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die einzelnen Sounds beliebig übereinanderschichten lassen, so daß sich trotz des Handicaps der Monophonie sehr volle und interessante Klänge realisieren lassen. Da das uns zur Verfügung stehende Instrument nicht midifiziert war, wurde dieses Stück in Handarbeit erstellt. Die hier zu hörenden Klänge stellen nur einen winzigen Auschnitt aus der riesigen Klangpalette dieses Synthesizerklassikers dar. Der Schwerpunkt der Komposition liegt hier eher auf der sich allmählich verschiebenden Rhythmik als auf der Veränderung der Klangfarben. Dieses Instrument bietet aufgrund der in ihm gespeicherten digitalen Wellenformen und des Multimode Filters einen sehr eigenständigen Klangcharakter. Die einzelnen Stimmen und Parts dieser dreistimmigen Fuge wurden jeweils mit unterschiedlichen Sounds realisiert. Einspielung mit Hilfe von Computer und MIDI. Die Bläser- und Streichersounds dieses Titels machen deutlich, warum der OB-XA zu den großen klassischen polyphonen Analogsynthesizern zu rechnen ist. Eingespielt ohne MIDI, jedoch Percussion- Sounds per Sampler. Neben dem Moog Modular System gehört das Roland System 700 wohl zu den bekanntesten großen Modularsystemen. Zur Realisierung des vorliegenden Titels wurde allerdings kein komplettes System eingesetzt, sondern lediglich eine sogenannte LABORATORY UNIT, die in Bezug auf Bestückung und Möglichkeiten in etwa einem Minimoog entspricht. Der Sound des System 700 ist etwas kraftvoller und - besonders im Baßbereich - voluminöser als der des 100M Systems. Aufgenommen mit Hilfe von Computer und Roland MPU-101 Interface. Obwohl ebenfalls einer der großen klassischen Analogsynthesizer, unterscheidet sich der Prophet 5 doch recht deutlich vom Oberheim OB-XA. In Ermangelung eines MIDI- Interface wurde das Stück von Hand eingespielt, lediglich die Perkussion-Sounds wurden als "one shot samples" per MIDI getriggert. Dieses Stück wurde fast ausschließlich mit Samples aus der Werkslibrary (SARRAR, SWANEE, CHOIR 5, CAMILLA etc.) realisiert. Lediglich die Meeresbrandung ist selbstgesampelt und stammt vom Strand von Kokkari (Samos/ Griechenland). Das leichte Rauschen erklärt sich aus der "historischen" Auflösung von nur 8-Bit. Dieser Titel ist der einzige, der - gewissermaßen ohne Netz und doppelten Boden - vollkommen live eingespielt wurde. Oscar Sala, der einzige Virtuose auf diesem seltenen Instrument, das seine Klänge auf der Basis von Subharmonischen erzeugt und über zwei Bandmanuale gesteuert wird, sagt selbst über sein Stück: "Die CAPRICE NO.4 FÜR MIXTURTRAUTONIUM SOLO bietet eine neue Hallkonstruktion für die Solostimme auf dem Obermanual, die bewirkt, daß diese immer im Vordergrund bleibt, obgleich ein starker Halleffekt zu hören ist, während die akkordische Begleitung auf dem 2. (unteren Manual) einen gleichen, aber rein harmonischen Nachhall erhält. Dafür werden die 2 Reverbs, 2 Delays, 2 Harmonizer in der Peripherie folgendermaßen angeordnet: Reverb 1 gibt der Solostimme einen kleinen Nachhall. Parallel dazu angeschlossen sind je zwei Kombinationen aus je einem Delay und einem Harmonizer in Serie, die über Reverb 2 einen großen Nachhall erhalten. Die Delays verzögern mit etwa 60 ms, die Harmonizer stehen auf den Frequenzen Null (Unisono) und großer Terz darüber. Letzterer kann auch noch über das kleine Mischpult der Peripherie Echoeffekte beisteuern. Die Amplituden der Harmonizer sind am Mischpult während des Spiels bedienbar. Unabhängig davon wird in dieser Caprice die Klangfarbe der Solostimme zwischen zwei Formanten ebenfalls während des Spiels gewechselt. Die harmonische Begleitung besteht aus einem subharmonischen Bass, einer subharmonischen Mixtur in mittlerer und einer subharmonischen Mixtur in einer eine Oktav höheren Lage. Sie werden durch waagerechte Pedalbewegungen gewechselt und sind ebenfalls auf Reverb 2 geschaltet, beeinflussen jedoch nicht die Kombinationen. Hierzu ist noch zu sagen, daß in den wagerechten Pedalbewegungen eine physiologisch günstige Symmetrie entdeckt wurde: schlagen beide Pedale nach außen, so sind die hohen Lagen eingeschaltet, nach innen die tiefen Lagen, beide in der Mitte ergeben die mittleren Zwischenlagen. Obgleich man auch alles anders machen könnte, hat sich dieses symmetrische System doch seit Anbeginn dieser Einrichtung, im Rundfunktrautonium von 1935, unverändert bewährt. In der Caprice wird demonstriert, wie die mit Leder überzogenen Hilfstasten über den Saiten zum sicheren Treffen der Töne so angeordnet sind, daß Portamenti und Glissandi in allen Tonlagen und Tonrichtungen auf der Saite möglich sind. Alle Klangelemente sind am Mischpult teilstereophonisch eingestellt, so daß die Elemente des 1. Manuals ein kleines Übergewicht nach links, die des zweiten Manuals eines nach rechts erhalten." Für die Aufnahme dieses Titels standen uns 4 Blöcke mit je 5 Modulen zur Verfügung. Die Fülle der vorhandenen Oszillatoren, Filter, VCAs spiegelt sich dann auch in den teils sehr dichten Texturen dieser Komposition wieder. Komplexe Tonhöhen- und Filtermodulation geben einen Eindruck davon, was mit einem entsprechend umfangreichen modularen System möglich ist. Die Ansteuerung erfolgte per Computer und Roland MPU-101. Daß sich die Instrumente der Firma Oberheim schon vor der Matrix-Baureihe durch die Möglichkeit komplexer Klangmodulationen auszeichneten, macht dieser zweite mit dem OB-XA realisierte Titel deutlich. Auch hier wieder überzeugende Streicher- und Bläsersimulationen sowie - im Solo - ein Sync-Sound wie man ihn sonst eher vom Prophet 5 her kennt. Daß nicht nur Moog wie Moog klingen kann, beweist der Promars mit dieser Invention, die soundlich stellenweise stark an Wendy Carlos' SWITCHED ON BACH erinnert. Korrektes Timing dank Computer und MIDI-Interface. Selbst der in Punkto Sounds mit seinen 24 Onboard-Werkspresets beschränkte Synergy I vermag bei entsprechender Ausnutzung der gebotenen Möglichkeiten durchaus zu überzeugen. Aufgrund seiner vollständig digitalen Klangerzeugung unterscheidet sich dieses Instrument soundlich recht deutlich von den anderen hier vorgestellten Synthesizern. Auch mit einem kleinen Presetmodell wie dem Pro Soloist lassen sich komplexe Kompositionen realisieren. Vom Feature der TOUCH SENSITIVITY der Tastatur wurde reichlich Gebrauch gemacht. Einspielung: Von Hand. Mit den Abmessungen eines Küchenschrankes ist EMS Synthi 100 fraglos einer der größten Synthesizer, die je gebaut wurden. Da seine Stimmstabilität jedoch mehr als zu wünschen übrig läßt, eignet er sich mehr für die Erzeugung von Soundeffekten und zur Nachbearbeitung von Sounds als für die Realisation harmonisch komplexer Kompositionen. Die Sequenzen enstanden durch Kopplung des Instrumentes mit zwei Analogsequenzern (ARP und KORG SQ 10) zur Steuerung von Tonhöhe und Klangfarbe. Der Memorymoog taucht auf dieser zweiten CD noch einmal auf, da sich seine Möglichkeiten durch den Einbau des von Rudi Linhart entwickelten LINTRONIC Interface enorm gesteigert haben. Der ADVANCED MEMORYMOOG ist stimmstabil, dynamisch spielbar und seine Sounds können per Computer editiert werden. Diesen im Vergleich zu den anderen noch recht neuen Synthesizer haben wir deshalb in die Zusammenstellung aufgenommen, weil er unserer Meinung nach ein extrem leistungsfähiges Instrument ist. Da sich all seine Parameter durch systemexclusive MIDI-Daten in Echtzeit steuern lassen, ist er für dynamische Klangveränderungen geradezu prädestiniert. Rolands ehemaliges polyphones Flagschiff überzeugt durch warme Streicher, realistische Bläser und einen sehr vollen, sauberen Klang. Dieser 19"-Zoll Expander der kleinen französischen Firma RSF hat es in sich, bietet er doch solch ausgefallene Features wie Spannungsteuerung der Wellenform, Spannungsteuerung der Hüllkurvenparameter oder Spannungssteuerung der Filterresonanz. Der merkwürdige Vocalsound wurde unter Zuhilfenahme eines TALKING PEDAL von Elektro Harmonix erzeugt. Das Stück ist eine Variation der Komposition, mit der auf der ersten CD bereits der ARP Odyssey und der Moog 55 vorgestellt wurden. Die Einspielung erfolgte mittels Computer und MIDI- Interface. Chris Huggetts kleiner, gelbschwarzer Plastiksynthesizer eignet sich - nomen est omen - hervorragend für die Erzeugung jeglicher Art von Zirp-, Zwitscher- und Blubbergeräuschen. Einspielung von Hand.
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